Lysimeter
Lysimeter sind physisch von der Umgebung abgegrenzte Bodensäulen mit bekanntem Volumen und bekannter Querschnittsfläche. Sie können unsere Lysimetertechnologie etwa für Studien zu Wasserbilanzuntersuchungen von Ökosystemen, zur Evapotranspiration des Standortes oder zum Wasserbedarf von bewässerten Pflanzen verwenden.
Unsere Produkte
Wissenswertes
Was sind Lysimeter?
Lysimeter bestehen aus einer gegenüber der Umwelt physisch abgegrenzten Bodensäule mit bekannten Volumen und Querschnittsfläche. Das Bodenmaterial kann entweder gestört in die Säule eingebaut werden oder in Form eines ungestörten Bodenmonolithen im Freiland entnommen werden. Lysimeter können sowohl im Labor (Laborlysimeter) oder im Freiland eingesetzt werden (Feldlysimeter).
Lysimeter- bzw. Evaporimeter-Experimente werden seit mehr als 200 Jahren für verschiedene Fragestellungen durchgeführt (Goss und Ehlers, 2009). Seit den ersten, einfachen Experimenten wurde die Lysimeter-Technik stets weiterentwickelt und auf immer komplexere Fragestellungen angewendet.
Goss, M.J. und Ehlers, W., 2009: The role of lysimeters in the development of our understanding of soil water and nutrient dynamics in ecosystems. Soil Use and Management, 25, 213-223.
Wie setze ich ein Lysimeter ein?
Anwendung von Lysimetern
Lysimeter sind ein geeignetes Mittel für die Erfassung von allen Wasserhaushaltsgrößen. In Kombination mit Niederschlagsmessungen kann anhand wägbarer Lysimeter über die Gewichtsänderung die Evapotranspiration des Standortes direkt und zuverlässig bestimmt werden. Lysimeter ermöglichen daher Wasserbilanzuntersuchungen von Ökosystemen oder können für Untersuchungen des Pflanzenwasserbedarfs von Bewässerungskulturen verwendet werden. Mit einer Sickerwasserfassung ausgestattet ermöglichen Lysimeter zudem eine quantitative als auch qualitative Untersuchung des Sickerwassers.
Lysimeter können mit weiteren Sensoren wie Tensiometern, Wassergehalts- und Temperatursonden, sowie Saugsonden ausgestattet werden. Dies ermöglicht unter anderem die Untersuchung der Funktion und Wirkungsweise von Ökosystemen. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind unter gegebenen Umständen von kleinräumigen auf großräumige Skalen übertragbar. Durch die Möglichkeit langjähriger Freilanduntersuchungen unter reellen Standortbedingungen können anhand von Lysimeter-Versuchen Aussagen bezüglich der Wasserhaushaltsbilanzierung bestimmter Klimaszenarien getroffen bzw. gefestigt werden.
Weitere Möglichkeiten sind der Vergleich mehrerer gleichartiger Lysimeter in Gebieten unterschiedlicher Witterung oder der Vergleich verschiedener Bodentypen bzw. verschiedener Bepflanzung bei gleicher Witterung über einen längeren Zeitraum. Diese Untersuchungen bilden die Grundlage für viele Modelle zur Einschätzung der Auswirkung der Klimaveränderung, der Ausbreitung von Kontaminationen im Boden oder des Erfolges von Sanierungsmaßnahmen.
Lysimeter-Versuche können sowohl im Freiland als auch im Labor durchgeführt werden. Typische Einsatzgebiete für Lysimeter sind Ackerstandorte, Waldstandorte, Deponien und Bergbaufolgelandschaften, sowie sanierungsbedürftige Altlastenflächen.
Für statistisch abgesicherte Aussagen empfiehlt sich die Kombination mehrerer Lysimeter. Bis zu 4 Lysimeter können in autarken UGT-Lysimeterstationen aus PE-HD zusammengefasst werden. Für größere Versuchsanordnungen können mehrere Stationen kombiniert, oder UGT-Großlysimeteranlagen mit Betonkellern errichtet werden. Die Größe der Bodenmonolithe kann von sehr kleinen Dimensionen (95 cm² Fläche, weniger als 1 m tief) bis hin zu Groß-Lysimetern (2 m² Fläche, bis zu 3,5 m tief) variieren. Für standortbezogene Betrachtungen ist es notwendig ungestörte Bodenmonolithe zu untersuchen. Die UGT-Entnahmetechnologie ermöglicht eine störungsfreie Entnahme des Monolithen mit minimalem Eingriff in die umliegende Bodenoberfläche.
Lysimeter-Versuche unter Laborbedingungen erlauben eine Versuchsdurchführung unter vordefinierten Randbedingungen, häufig mit dem Ziel das Verhalten natürlicher Böden bzw. Vegetationen unter speziellen Umweltbedingungen, sowie bodenphysikalische/hydrologische Eigenschaften manuell eingebrachter Böden oder Prozesse der (Schad-) Stoffverteilung, -umlagerung und -auswaschung zu untersuchen.
Unsere Produktgruppen
Lysimeterstationen
Kleinlysimeter
Lysimeter-Entnahmetechnik
FAQ: Lysimeter
Ein Lysimeter ist ein wissenschaftliches Messsystem zur Untersuchung des Bodenwasserhaushalts unter möglichst natürlichen Bedingungen. Es ermöglicht die quantitative Erfassung von Niederschlag (fallenden und abgesetzten), Verdunstung (Evapotranspiration), Sickerwasserbildung sowie Stofftransporten im Boden. Moderne Wägelysimeter liefern hochpräzise Daten über Wasser- und Stoffflüsse und werden weltweit in der Bodenhydrologie, Klimaforschung, Landwirtschaft sowie im Umweltmonitoring eingesetzt.
Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Lysimetertypen zum Einsatz. Entscheidend ist dabei, wie die Wasserverhältnisse am unteren Ende des Bodenprofils gestaltet werden: Bei Gravitationslysimetern kann Wasser unter natürlichen Bedingungen frei abfließen, während bei Lysimetern mit kontrollierter unterer Randbedingung (URB) die Wasserverhältnisse am unteren Rand des Bodenprofils gezielt eingestellt oder natürliche Standortbedingungen nachgebildet werden können.
Wäge-Lysimeter ermöglichen durch die kontinuierliche Erfassung der Massenänderung die direkte Bestimmung der tatsächlichen Evapotranspiration. UGT bietet Gravitationslysimeter und Lysimeter mit kontrollierter unterer Randbedingung typischerweise als Wäge-Lysimeter an; bei Bedarf sind auch Ausführungen ohne Wägeeinrichtung möglich. Flachlysimeter eignen sich insbesondere für oberflächennahe Prozesse, beispielsweise bei Dachbegrünungen, während Laborlysimeter und Ecotron-Lysimeter kontrollierte Versuchsbedingungen ermöglichen.
Im Gegensatz zu einzelnen Sensoren erfassen Wägelysimeter den Wasserhaushalt des Boden-Pflanze-Atmosphäre-Systems als Ganzes. Sie ermöglichen die direkte Messung wesentlicher Wasserhaushaltskomponenten wie der tatsächlichen Evapotranspiration und des Sickerwassers, sodass Wasserbilanzen geschlossen werden können, ohne sich ausschließlich auf Modellberechnungen zu stützen. Während Wetterstationen die meteorologischen Randbedingungen erfassen und die Berechnung der Referenz-Evapotranspiration (ET0) ermöglichen, bestimmen Wäge-Lysimeter die tatsächliche Evapotranspiration (ETa) direkt über die Wasserbilanz. Deshalb gelten sie international als Referenzverfahren für Wasserhaushalts- und Evapotranspirationsuntersuchungen.
FAQ: Evapotranspiration
Evapotranspiration bezeichnet die Summe aus Bodenverdunstung und Transpiration der Vegetation. Sie stellt einen der wichtigsten Wasserflüsse im terrestrischen Wasserkreislauf dar und beeinflusst Wasserverfügbarkeit, Energiehaushalt und Pflanzenwachstum. Dabei wird zwischen verschiedenen Formen der Evapotranspiration unterschieden: Die tatsächliche Evapotranspiration (ETa) beschreibt den Wasserverlust, der unter den real vorhandenen Bedingungen tatsächlich durch Bodenverdunstung und Pflanzentranspiration entsteht. Die potenzielle Evapotranspiration (ETp) bezeichnet die maximal mögliche Evapotranspiration bei optimaler Wasserversorgung. Die Referenz-Evapotranspiration (ET₀) ist eine standardisierte, aus meteorologischen Daten berechnete Größe, die häufig als Vergleichs- und Planungsgröße, beispielsweise für die Bewässerung, verwendet wird.
Die tatsächliche Evapotranspiration (ETa) kann mit verschiedenen Methoden bestimmt werden. Hochauflösende Wäge-Lysimeter ermöglichen eine direkte Bestimmung über die Wasserbilanz und gelten insbesondere für die Untersuchung einzelner Boden-Pflanze-Systeme als Referenzmethode. Ergänzend werden Verfahren wie Eddy-Kovarianz-Systeme, Saftflusssensoren und mikrometeorologische Messmethoden eingesetzt, um Wasser- und Energieflüsse auf unterschiedlichen räumlichen Skalen zu analysieren.
Die Evapotranspiration beeinflusst Grundwasserneubildung, Wasserverfügbarkeit, Pflanzenproduktion und den Energieaustausch zwischen Boden und Atmosphäre. Sie ist daher ein zentraler Eingangsparameter für hydrologische und klimatologische Modelle. Zuverlässige Messdaten der tatsächlichen Evapotranspiration (ETa), beispielsweise aus Wäge-Lysimetern, sind daher entscheidend, um Modelle zu überprüfen, zu verbessern und an reale Bedingungen anzupassen.
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